1995

Bei Osaka und Kobe bebt die Erde. Die letzen Blauhelm Soldaten verlassen Somalia. Der Krieg geht weiter. Bei Giftanschlägen in der U-Bahn Tokyos sterben 12 Menschen. Türkische Truppen überschreiten die Grenzen zum Irak, um gegen Mitglieder der PKK vorzugehen. Das Schegener Abkommen macht die Binnengrenzen durchlässiger.

Die Frau beendet das WG Leben, um mit Mann und Hund zusammenzuleben.

Bei einem Bombenanschlag in Oklahoma City sterben 168 Menschen, 400 weitere werden verletzt. Greenpeace besetzt die Brent Spar. Christo verhüllt den Reichstag. Beim Massaker von Srebenica werden 40.000 muslimische Zivilisten vertrieben. Die Bundeswehr schickt Soldaten ins ehemalige Jugoslawien. Heiner Müller stirbt. Seamus Heany bekommt den Literaturnobelpreis. Im Kino läuft Sieben.

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9 Gedanken zu “1995

  1. Schön, dass es mit den „Hundert Worten“ weitergeht. Wie immer, fühlen wir uns auch diesmal in das Jahr und dessen Ereignisse zurückgespült, und obwohl wir uns an fast alle erinnern, erscheinen manche von ihnen heute als ganz neue, über die wir augenblicklich ins Gespräch kommen.
    Liebe Mützenfalterin, inzwischen haben wir noch viel mehr Worte von Dir vorliegen und freuen uns auf das Lesen am Wochenende! Sehr!
    Danke, dm und mb

  2. Das Tolle sind die Eckdaten aus dem Alltagsspektrum. Wenn du die Ereignisse nennst und dazu die Kinofilme oder die Musik, die in der Zeit lief, wird einem so richtig die Zerrissenheit unserer Realitäten klar. „Ich hörte Musik und tanzte, schaute Cartoons, während der Krieg in xy tobte …“ Das hier ist wichtig. Dieses Erlebnis, von Katastrophen unberührt geblieben zu sein durch die Lautstärke unserer liberalen Lebensweise. Ich bin manchmal sehr baff, wenn mir das bewusst wird.

    1. Mir geht es wie Dir, das war überhaupt der Anstoss, dieses Experiment zu starten. Ich hatte schon einmal in einer Antwort auf Frau S. geschrieben, dass ein Gedicht von Mathias Göritz der Auslöser war, in diesem Gedicht war es genau das, was mich so angesprungen hat, dieses Nebeneinander von großen Katastrophen und den Kleinigkeiten, die ein „normales“ Leben ausmachen. Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Es ist ungeheuerlich, und doch zutiefst menschlich.

  3. ich kann den vor mir kommentierenden nur beipflichten: das ist eine richtig gute sache, die chronik! die verbindung von ausßen und innen und drumrum. du verpackst die ereignisse wie christo bäume 🙂

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