Dorothea Lange

Es gibt, neben der Geschichte, die das Bild selbst erzählt, unterschiedliche Versionen über die Hintergründe dieser Aufnahme von Dorothea Lange.

Sicher ist, dass Dorothea Lange die Wanderarbeiterin in einem heruntergekommenen Zelt am Wegrand in der Nähe eines Lagers von Feldarbeitern fand. Die Frau war 32 Jahre alt und Mutter von sieben Kindern. Im Gespräch mit Lange stellte sich heraus, dass es keine Arbeit mehr gab,weil die Ernte gefroren war. Nun lebte die Familie hauptsächlich von wilden Vögeln, die die Kinder fingen. Weiterziehen konnten sie nicht, da sie die Reifen ihres Autos gegen Nahrungsmittel eingetauscht hatten.

Wanderarbeiterin, 1936, Dorothea Lange

Fischerfrauen von New Haven

„Bei der Photographie aber begegnet man etwas Neuem und Sonderbarem, in jenem Fischweib aus New Haven, das mit so lässiger, verführerischer Scham zu Boden blickt, bleibt etwas, was im Zeugnis für die Kunst des Photographen Hill nicht aufgeht, etwas, was nicht zum Schweigen zu bringen ist, ungebärdig nach dem Namen derer verlangend, die da gelebt hat, die auch hier noch wirklich ist und niemals gänzlich in die „Kunst“ wird eingehen wollen.“ (Walter Benjamin, 1931)

David Octavius Hill u. Robert Adamson, Fischerfrauen von New Haven, 1845