Fragen

Woher kommen unsere Gedanken und wer spült sie weg? Gibt es einen Weg und was wird aus dem Weg, wenn ihn niemand betritt? Sind Fragen auch dann noch Fragen, wenn niemand mehr nach Antworten sucht?

So gehen wir und die Zeit geht über uns hinweg. Das ist nicht neu, nicht originell, aber weh tut es doch. Und auf einmal, dieses eine Mal hat der Zweifel keine Macht. Nichts, das er der Gewißheit entgegenstellen kann, dass wir der Zeit egal sind. Dabei sind wir es, die die Zeit erfunden haben, oder? Und schon ist er da, der Zweifel. Mit seiner kleinen roten Nase, die ständig läuft. Auf dem Tahirplatz verkaufen sie jetzt Taschentücher und Mundschutz, es gibt verschiedene Modelle, die auch außerhalb des mit Tränengas verseuchten Platzes benutzt werden, als revolutionäre Accessoires.

10 Gedanken zu “Fragen

  1. Das werden die Ägypter noch schaffen. So richtig schaffen, die Muslimbrüder zu etablieren. Der Mundschutz ist für die Augen nicht für den Mund. Blind muss man sein, um ein guter Revolutionär zu sein – das hat der „arabische Frühling“ mir bewiesen. Nach meinen Beobachtungen, die ich mache, mit Wut, mit Sorge, mit Kopfschütteln, mit wildem Klopfen an deren Köpfen, wird es so sein. Aber es geschieht nichts. Sie hören nicht. Wollen nicht aus unserer Erfahrung lernen.

    Die Zeit ist nicht unsere Erfindung, unsere Definition aufgrund unserer Wahrnehmung von ihr ist es aber. Genau deshalb sind wir der Zeit egal. Denn egal, ob wir sie definieren oder nicht, sie tut, was sie will. Mit unserer Wahrnehmung, mit unserem Körper, mit der Geschwindgkeit unserer Bewegung. Die Zeit ist feinmaschig, doch wir sehen Löcher in ihr. Deshalb werden wir sie nie verstehen.

  2. Im übrigen entschuldige ich mich, wenn ich demnächst nicht so schnell auf Kommentare reagieren kann, mein Rechner ist nämlich gesperrt, angeblich habe ich illegal Musik heruntergeladen, mein Mann glaubt, irgendein Hacker hat meinen Rechner geknackt. Mal sehen, wie lange es dauert, bis wieder alles funktioniert. Ja, dieser Frühling zieht einen bedenklichen Herbst nach sich. Wie schrecklich das wäre, wenn du wirklich Recht hast, Sherry, und die Menschen nicht aus Erfahrungen anderer lernen können, sondern immer wieder selbst ihre Fehler machen müssen, die selben Fehler, die schon die Vorväter gemacht haben.

  3. Der Anfang meiner Antwort fehlt ja. Der, in dem ich geschrieben habe, wie schön ich diese Beobachtung von Dir finde, Sherry, dass die Zeit feinmaschig ist, wir aber Löcher in ihr sehen. Das ist ein wunderbarer Satz, mit dem ich am liebsten gleich weiterschreiben würde.

  4. Ich versuche, mir das bildlich vorzustellen: die Fragen wie einen Weg, der noch nicht bereitet ist; mit jeder Antwort wird ein Stück weit davon begehbar. Mit jeder Frage, die unbeantwortet bleibt, existiert es nur als Möglichkeit. Die Zeit sehe ich als unberechenbare Größe. Ob wir alle Zeit der Welt haben oder die Zeit drängt, hängt von so vielen Faktoren ab. Wenn ich mir vorstelle, dass die Zeit drängt, weil das Leben endlich ist, macht mir das Angst. Und die Angst lähmt.

    1. Manche Fragen sind wie der Stein des Sisyphus, immer wieder rollen sie den Berg der Antworten herunter und liegen vor unseren Füßen, Fragen nach der Zeit gehören für mich sämlich dazu, vielleicht weil ich mich immer wieder in diesem Loch wiederfinde, von dem Sherry schrieb, wo ich doch dachte, die groben Maschen tragen mich.

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