1985

Michael Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU. Die Rainbow Warrior wird von Agenten des französischen Geheimdienstes im Hafen von Auckland versenkt. Live Aid spielt für Afrika.

Beim vierten Versuch eine praktische Fahrprüfung abzulegen, stellt man der jungen Frau einen Führerschein aus.

Im Wein ist Glykol. Commodore stellt den Amiga vor. Ganz unten von Günter Wallraff erscheint. Boris Becker gewinnt in Wimbledon. Äthopien hungert. Die ersten europäischen Pässe werden ausgestellt. Mit „Baby Cotton“ wird der erste Fall kommerzieller Leihmutterschaft bekannt und löst eine Debatte über Embryonenschutz aus. Im Ruhrgebiet herrscht Smogalarm.

Claude Simon bekommt den Literaturnobelpreis. Im Kino läuft „Männer“.

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15 Gedanken zu “1985

  1. Mich interessiert, warum du das mit dem Glykol im Wein erwähnt hast. Ich dachte, das sei immer schon in Alkohol drin gewesen, oder irre ich mich? Ätopien hungert glaube ich schon viel länger, oder? =( Oder wird es in dem Jahr erst richtig populär? Vier praktische Prüfungen deuten auf eine ängstliche Persönlichkeit hin. Leihmutterschaft ist ein Schritt weiter als künstliche Befruchtung …

  2. Glykol im Wein, das war einfach einer der „Skandale“ an die ich mich erinnere, alle Welt redete von gepanschtem Wein. Äthopien (und andere Staaten) hungert schon viel länger und immer noch, in dem Jahr war das „populär“, weil es dieses AID Live Konzert gab und dann wurde es wieder vergessen, so wie es dieses Jahr eine kurze kleine Empörungswelle gab, weil Jean Ziegler seine Rede bei den Salzburger Festspielen nicht halten durfte, und dann vergessen wir es wieder. Auf FB gab es damals, (als ich noch da war) eine Initative, die Meinungen, Sätze, Aufforderungen gesammelt hat, um das an politisch verantwortliche Stellen weiterzuleiten, eine Initiative, die ich sehr geschätzt habe, so etwas finde ich wichtig. Keine Hilfe, wenn es längst zu spät ist, indem man ein paar Euro spendet, sondern den Politikern bewusst machen, dass uns an einer Lösung liegt, an einer langfristigen politischen Lösung, die den Ländern zu Gute kommt, die ihnen hilft unabhängig von uns ein System aufzubauen, das den Hunger beseitigt und die ewigen Kriege.
    Ich weiß nicht, ob ich wirklich ängstlich bin, eher ein bisschen zu spontan beim Autofahren und ich hatte eine Menge Pech, Rückwärts einparken auf Glatteis z.B. und dann halt mal ein Schild, das ich übersehen hatte, eine Ampel, die zu schnell umsprang…
    Leihmutterschaft ist so ein Punkt, den ich damals in unserer letzten Diskussion, ohne das zu benennen, eigentlich gemeint hatte, Kinder aus der Samenbank, Kinder, die gegen Geld von einer anderen Mutter ausgetragen wurden, das ist dann eben doch ein Problem es den Kindern zu erzählen, auch eine Zumutung gewissermaßen, etwas worüber man sich Gedanken machen sollte, ob man es nicht letzten Endes ganz egoistisch nur für sich tut, und auf diese Weise, finde ich, sollte kein Kinderwunsch motiviert sein, der nicht auf „natürliche“ Art und Weise realisiert werden kann.

    1. Oh oh. Ich wusste gar nicht, dass du die Führerscheinprüfung vier Mal machen musstest. Ich musste sie übrigens zwei Mal machen. Ich war ängstlich, bin aber immer zu schnell gefahren und hatte Machoallüren. Trotz Unsicherheit.

      Das mit der Leihmutterschaft ist tatsächlich etwas viel, too much. Ich glaube, das könnte ich nicht mehr verantworten, weil ich denke, dass auch die Leihmutter zu dem Kind im Bauch eine Beziehung aufbaut, und das Kind auch zu ihr. Damit hätte ich glaube ich Probleme, und die Leihmutter auch. Dabei ist einfach ein Mensch zu viel emotional involviert. Trotzdem ist es für mich „okay“, wenn es die Möglichkeit gibt. Kinderkriegen ist für mich sowieso ein egoistischer Akt … Konnte es nie als etwas anderes sehen. Aber natürlich muss man differenzieren. Richtig …

      1. Das finde ich sehr schön, endlich einen zweiten Menschen gefunden zu haben, der auch zugibt, dass er Kinderbekommen als sehr egoistischen Akt ansieht. Genau so sehe ich das auch. Und immer wenn ich es sage, sieht man mich mitleidig bis verständnislos an. (In Bezug auf die Leihmutterschaft meinte ich nur, dass der Egoismus Grenzen haben muss, wo er ein anderes Ego der Gefahr aussetzt, geschädigt zu werden). Wir tun das nur für uns, Kinder zu bekommen, weil wir diese Erfahrung machen wollen, wie ein Leben heranwächst, das wir von Anfang an begleiten dürfen. Trotzdem denke ich, dass dieser Egoismus Grenzen akzeptieren sollte, es gibt so viele Kinder, die sich Eltern wünschen und sie brauchen. Das war übrigens eine der erschütterndsten Bilderreihen, die ich auf der Ausstellung von Taryn Simon gesehen habe, sie hatte auf einer Wand 120 ukrainische Waisenkinder zwischen 6 und 16 Jahren fotografiert, im Speisesaal des Waisenhauses hing ein gerahmter Spruch, der so ungefähr besagte: „Wenn du nicht weißt, woher du kommst, bist du nichts wert.“ Und von diesen Kindern war nicht einmal das Geburtsdatum bekannt. In zwölf Monaten wurde ein einziges Kind adoptiert. Man sah diese 120 Gesichter und wusste, so wenig wie sie eine Vergangenheit vorzuweisen haben, werden sie eine Zukunft haben. Diese Bilder werden mich noch lange verfolgen.

    1. Die Doku … Das tat echt weh. Du hast Recht. Bevor man dritte involviert, um Kinder zu kriegen, sollten wir lieber welche adoptieren. Das habe ich übrigens sowieso vor irgendwann. Unabhängig davon, ob ich eigene kriegen kann oder nicht. 😦

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