Elizabeth Peyton

Elizabeth Peyton

„I guess what I`m interested in is the quality of my subjects´being able to be themselves while occupying this extreme role in the public imagination.

You can see their will, and that´s incredibly beautiful.“

Elizabeth Peyton

Die Zeit geht.

Es ist noch nicht soweit, flüstert sie dann und wundert sich, warum sie das nicht länger tröstet.

Sollte man lieber schweigen, oder immerzu im Kreis laufen? Die Fragen stehen lassen, oder den Antworten hinterher laufen?

Die Zeit ist etwas, das sie fürchtet. Sie verläuft sich in der Zeit und begegnet überall einem Ich, das sie gewesen sein könnte. Das sie ist? Sie bleibt stehen und versucht die Zeit weitergehen zu lassen. Die Stunden und Sekunden, die nicht von ihr ablassen, die mit ihr spielen. Ohne die Grenzen zu kennen, die wehtun, verletzen, wenn man sie übertritt. Sie schließt die Augen, legt sich auf den weichen Waldboden und wartet. Das ist die einzige Möglichkeit die Zeit zu beruhigen, zu überlisten.

Die Augen zu schließen und sich der Fantasie hinzugeben. Dem einzigen, was wirklich ist. Sie lächelt. Die Zeit geht.

Dazu diese Musik

Die Frage nach Luft, Landschaft und Vergebung

Die Frage nach Luft, Landschaft und Vergebung. Die Frage welche Zusammenhänge wir brauchen und was außerhalb der Zusammenhänge verloren geht.

Einer wird in der „Zeit“ gedruckt und nennt sich Dichter, während die Zeit ihn schon wieder vergißt. Einer lebt und denkt beinah ausschließlich über den Tod nach. Gibt ihm Namen und Gerüche und Farben. Betrachtet ihn als wäre er weitaus mehr als das Gegenteil von Geburt.

Stoffe und Fäden

Manchmal verliere ich den Faden beim Schreiben. Schlimmer ist, wenn ich erst gar keinen Faden finde, mit dem ich anfangen könnte. Vielleicht weil ich schon zu sehr an das Ergebnis denke. Schreiben für einen Maßanzug. Schreiben wie ein Schneider, der einen Maßanzug näht. Spezialanfertigung, Stoffauswahl, Anprobe. Ausmessen, Nähte versetzen, Säume auslassen. Beim Schreiben wie beim Nähen fängt es mit dem Stoff an, der Stoff und der Schnitt.

Ich habe eine Zeitlang genäht, die Stoffe auszusuchen war wunderbar, die Schnitte zu wählen schon anspruchsvoller, würde ich mehr als Stufe „super easy“ überhaupt bewältigen können? Wenn dann endlich trotz aller Skrupel und Überlegungen die Wahl getroffen, die Entscheidung gefallen war, musste das Schnittmuster ausgestanzt werden, Radio hörend auf dem Fußboden meines Kinderzimmers mit den orangen Vorhängen, dem Schaukelstuhl neben Rohrtisch und Schlafsofa, Musik aus der Anlage, die ich mir irgendwie zusammengespart hatte. Universum. Die Quelle Marke, wie der Kühlschrank: Privileg und die Waschmaschine. Der kleine tragbare Fernseher, auch orange, und ich jung, mit der Schere, das Schnittmuster an der richtigen Linie entlang ausschneidend, um es dann mit Kreide auf den Stoff zu übertragen, wieder schneiden, mit einer anderen Schere diesmal, die Teile, die zusammengehören mit Stecknadeln befestigen und mit Heftgarn provisorisch aneinanderheften, dann die geraden Nähte mit der Nähmaschine, das Umketteln, das Säumen mit der Hand, unsichtbar.

Fast wie beim Schreiben. Nur dass beim Schreiben oft nicht so früh sichtbar wird, was ein Ärmel ist und was ein Hosenbein. Ob es letztendlich passt, hängt hier wie da von Sorgfalt und Geduld ab. Ob es gefällt vom Zeitgeist und der Qualität, aber auch von der Art, wie der Schneider sein Kleid trägt.

Ignoranz z.B.

Ist das Zufall oder nur konsequent, dass nach dem Beitrag über das Schicksal als Antwort im folgenden Beitrag über Zeitung lesen, NixZen mit folgenden sehr interessanten Link zur Ignoranz geschickt hat?

Das Verweigern eines Nachdenkens über die Zusammenhänge kann schicksalhaft werden.

Später mehr dazu, jetzt gilt es die Gunst des Schicksals zu nutzen, die uns einen derartigen grandiosen Herbst beschert hat, und das tut man besser in der realen als in der virtuellen Welt.

Ignoranz also: Und mit dem letzen Satz habe ich es auch getan; die Welt geteilt, in die „wahre, richtige, echte“ Welt und die „falsche, minderwertige, nur scheinbare“ des Netzes. Als wären es zwei Welten und nicht nur zwei Arten miteinander zu kommunizieren, in ein und derselben Welt.

Klar sind wir alle ignorant. Aber es ist auch ignorant, uns diese Ignoranz vorzuwerfen, und die Gründe „einfach“ in den Medien zu suchen.

Wir zählen nicht stichhaltig, wenn wir vom Leben reden. Ich selbst bin zu klein und zu dünnhäutig für diese Art von Anfechtungen. Den Zweifel großer Denker kann ich mir nicht leisten. Ich verweigere jegliche Aussage und kreuze meine Blicke mit denen der anderen.

Später entlasse ich meinen Blick aus dem Fenster.