Automatisches Schreiben

Mein geteiltes Leben bedarf der Zerrütung. Eines Morgens erwachte Gregor Samsa aus unruhigen Träumen usw. Wer suchet, der findet. Hinter dem Fenster die Nacht. Etwas anderes lacht. Hat die Macht. F.M. spielte mit meiner Mutter Schach, bevor er sämtliche Habseligkeiten aus dem Fenster des vierten Stocks warf. Wir warten. Und wenn er kommt, dann laufen wir. Zerrhansel. Verspiegelt. Die Nächte im Mondlicht usw. Wer hat kann weiter. Der Kaffee ist fertig. Was nicth leicht wird, bleibt schwer.
Auf der Straße geht ein Herr mit einer silbernen Melone, in der Hand hält er eine halbe Zitrone. Vom Duft angelockt, begleitet ihn ein Alligator in gebührlichem Abstand. D.h. Anstand. Was Rückschlüsse zulässt auf seinen Zustand. Der Alligator leidet an Schlaflosigkeit. Der Mann leidet an sich selbst. Die Zitrone ist nur noch die Hälfte dessen, was sie einmal gewesen ist.

22 Gedanken zu “Automatisches Schreiben

  1. Das würde ich auch gerne wieder einmal machen. Ich glaube, dabei sind mir damals sehr geniale Einfälle gekommen, aus denen man wirklich neue Geschichten basteln konnte. Das erfordert aber auch Mut, das zu veröffentlichen. Es verrät so viel über einen. Danke, dass du mich nochmal daran erinnert hast. Vielleicht hilft das gegen meine Schreibblockade.

  2. Freut mich, Sherry, wenn dich das irgendwie anregen konnte. Ich habe es veröffentlicht, weil ich mich endlich von Lobeserwartungen freimachen will. Das hier ist ein Blog, hier steht nichts perfektes, hier fliessen ganz alltägliche Dinge ein, einige kann man weiterverfolgen, andere sind nur für den Moment.

  3. Gelassenwerden und zu sich stehen. Auch zu den Mängeln, den Zweifeln, den Unzulänglichkeiten.
    Witzig, oder? ich habe wirklich Gelassen werden gelesen, ha ha,
    Ja, gelesen werden auch. Und die Auseinandersetzung. Das ist schön, das bringt auch weiter und macht Spaß.

    1. Gelassenwerden. Das ist ein guter Punkt. Ich mag’s auch, wenn die Menschen miteinander diskutieren. Nicht nur mit mir in meinem Blog diskutieren, sondern manchmal aufeinander eingehen. Das tun sie dann auch. Mir hilft das. Mir hilft, zu sehen, was andere denken. Es erhebt uns alle aus der grauen Masse – und man kann beginnen, dieser grauen Masse doch eine Identität zu geben, die einem hilft, sich nicht einsam zu fühlen.

    1. Elvis oder? Aber da kommt niemand mit Melone und Zitrone vor. na ja, und wenn schon. Der Gregor Samsa ist ja auch vom Kafka, den musste ich nicht extra erfinden, aber er geistert häufig durch meinen Kopf.

  4. Das „automatische Schreiben“ stellen wir uns, sollten wir es einmal selbst versuchen, sehr schwer und schwierig vor. Als käme doch immer noch etwas dazwischen, das nicht einfach nur assoziativ, automatisch und sowieso ist.

  5. Im besten Fall schreibt man wirklich automatisch, ohne das Hirn einzuschalten, einfach drauflos, Hauptsache die Hand bleibt in Bewegung, da man nicht liest was man schreibt, nur immer weiterschreibt, bleibt gar keine Möglichkeit, etwas wegzustreichen.

  6. Ich denke, ich werde nicht nur meine gute Erziehung an der Garderobe der Geschichte abgeben, sondern den Zensor im Oberstübchen an einen weiteren Haken hängen. Was ich eben bei kreadiv und von ihr hierherklickend gelesen habe, hat mich sehr beeindruckt. Seit mindestens 15 Jahren habe ich nichts mehr in dieser Art gelesen. Und selbst geschrieben auch nicht mehr, obwohl mir das in den Schreibwerkstätten, nach anfänglichem „Äh – ich-weiß-jetzt-aber-gar-nicht-was-ich-da-schreiben-soll“!!! wirklich Spaß gemacht hat.

    1. „Die gute Erziehung an der Gaderobe der Geschichte abgeben“, ist ja schon ein wunderbarer Anfang für ein neues automatisch Schreiben Experiment. Wann gibt es das erste von Dir zu lesen, Elvira? Und danke, dass Du hier vorbeigeschaut hast.

      1. Geschrieben habe ich in meinem Blog ja schon ein wenig. Zu finden unter „Wortbeflügler“ oder „Baumphantasie“. Eigentlich war, nachdem mein Sohn das Blog entworfen hat und ich es wohnlich einrichten wollte, das Schreiben ein Möbelstück, für das sich kein rechter Platz finden ließ. Das Haus ist noch ziemlich unordentlich, aber es gefällt mir eigentlich ganz gut so. Denn ich schreibe ordnung nur noch klein!

  7. Wie wunderbar Menschen im Netz zu treffen, die ganz ähnliche Sachen machen und mutig genug sind, sie zu veröffentlichen. Das automatische Schreiben oder die „Morgenseiten“ haben mir immer geholfen, wieder zu dem Spontanen, Kreativen in mir Zugang zu finden. Die Worte einfach fließen zu lassen und den gnadenlosen Kritiker mal für ein paar Minuten auszublenden…

  8. Danke für die Rückmeldung. Hilft ein bisschen, den gnadenlosen Kritiker mal wieder zum Schweigen zu bringen und sich dem was kommt zu überlassen, ohne mit diesen Gedanken an Scheitern oder Gelingen von vorn herein alles zu unterbinden.

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