Taryn Simon

 „Mich interessieren die trüben Winkel des Lebens.“

 Taryn Simons neues Projekt: „A living man declared dead and 18 other chapters“, umfasst mehr als 800 Seiten. 4 Jahre lang ist sie dafür um die Welt gereist und hat 17 Menschen und deren Blutsverwandte aufgespürt und fotografiert.

Blutsverwandtschaft sei determiniert und strukturiert, sagt Simons, auf der anderen Seite stehen die teils brutalen Lebensgeschichten ihrer Protagonisten. Das habe es für sie spannend gemacht.

Der Zusammenprall von externen Kräften, Regierung, Machtgefüge, Religion, auch Landbesitz – und internen Kräften, ausgelöst durch die Vererbung.“

Herausgekommen sind sehr persönliche Geschichten, sehr unpersönlich fotografiert. Es gibt jeweils eine Portraitaufnahme der Blutsverwandten, respektive eine leere Fläche in den Fällen, wo Beteiligte nicht bereit waren, sich fotografieren zu lassen.

Die Geschichte von vier Indern, die von ihren Familienangehörigen durch Bestechung der zuständigen Beamten für tot erklärt wurden, damit sie den Grund erben konnten, oder die von Latif Yahia, dem Doppelgänger von Saddam Husseins Sohn, hat Taryn Simons dokumentiert.

Sie selbst sagt von ihrem umfangreichen Projekt: „Die Blutsverwandtschaften verändern sich. Leute werden geboren, andere sterben. Durch die monotone Anordnung der Portraits soll sich der Zuschauer vorstellen können, wie immer wieder Verwandte herausfallen und neue hinzukommen. Und schaut man sich die schiere Masse an Leben und Geschichten an, stellt sich die Frage: Entwickelt sich da etwas? Oder werden es einfach nur mehr und mehr Verwandte?“

 

 

 

13 Gedanken zu “Taryn Simon

    1. Freut mich sehr, wenn ich Dein Interesse geweckt habe. Diese Frau ist für mich eine ganz wichtige Künstlerin. Sie hat Neugierde und den Anspruch an sich selbst, sich nicht zu wiederholen. [Schön ist sie übrigens auch].

  1. Ja, das klingt sehr spannend, zumal auch uns „die trüben Winkel des Lebens“ immer wieder sehr interessieren und zum Nachdenken anregen.
    Danke für den Hinweis, auch wir werden uns das gerne einmal genauer ansehen!

  2. Taryn Simon hat schon einige spanende Projekte gemacht, z.B. hat sie fünf Tage und Nächte lang vom Zoll beschlagnahmte Waren auf dem New Yorker Flughafen fotografiert. Vielleicht gibt es ja in Zukunft auch irgendwo in Deutschland eine Ausstellung von ihr. Freut mich, dass sie auch euer Interesse findet.

      1. Ihre aktuelle Ausstellung heißt: “ A living Man Declared Dead and Other Chapters“ und ist von 22. September an in Berlin zu sehen . Ich glaube in der Neuen Nationalgalerie…..dies ist doch mal ein Grund nach Berlin zu fahren…

  3. hab am wochenende mit meiner tochter die ausstellung besucht. es war alles rundherum stimmig, ich hatte das gefühl mehrere geheime verknotungen entwirren zu müssen. das war spannend und hat spaß gemacht und besonders mit der tochter. wir waren ein gutes team……

  4. es gab nur zwei verknotungen, die wir nicht lösen konnten. dazu fiel uns einfach nichts ein; das war (1) die deutsche geschichte über die familie des obernazis hans frank.
    (2) die geschichte über einen spanischen homosexuellen.

    zwei von 18 nicht entwirrt, ist doch noch o.k……..

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