Taryn Simon

 „Mich interessieren die trüben Winkel des Lebens.“

 Taryn Simons neues Projekt: „A living man declared dead and 18 other chapters“, umfasst mehr als 800 Seiten. 4 Jahre lang ist sie dafür um die Welt gereist und hat 17 Menschen und deren Blutsverwandte aufgespürt und fotografiert.

Blutsverwandtschaft sei determiniert und strukturiert, sagt Simons, auf der anderen Seite stehen die teils brutalen Lebensgeschichten ihrer Protagonisten. Das habe es für sie spannend gemacht.

Der Zusammenprall von externen Kräften, Regierung, Machtgefüge, Religion, auch Landbesitz – und internen Kräften, ausgelöst durch die Vererbung.“

Herausgekommen sind sehr persönliche Geschichten, sehr unpersönlich fotografiert. Es gibt jeweils eine Portraitaufnahme der Blutsverwandten, respektive eine leere Fläche in den Fällen, wo Beteiligte nicht bereit waren, sich fotografieren zu lassen.

Die Geschichte von vier Indern, die von ihren Familienangehörigen durch Bestechung der zuständigen Beamten für tot erklärt wurden, damit sie den Grund erben konnten, oder die von Latif Yahia, dem Doppelgänger von Saddam Husseins Sohn, hat Taryn Simons dokumentiert.

Sie selbst sagt von ihrem umfangreichen Projekt: „Die Blutsverwandtschaften verändern sich. Leute werden geboren, andere sterben. Durch die monotone Anordnung der Portraits soll sich der Zuschauer vorstellen können, wie immer wieder Verwandte herausfallen und neue hinzukommen. Und schaut man sich die schiere Masse an Leben und Geschichten an, stellt sich die Frage: Entwickelt sich da etwas? Oder werden es einfach nur mehr und mehr Verwandte?“