Fünfundzwanzig Jahre nach dem Massaker fällt der Schrei der Getöteten und bis heute Verfolgten, in China nicht nur auf taube, sondern auf verwunderte Ohren

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Gestern abend habe ich versucht Thai Chi zu lernen. Die “Lehrerin” war eine Chinesin, die auch immer wieder viel zu der Bedeutung der einzelnen Bewegungen und darüberhinaus zur Weisheit der chinesischen Medizin erzählt hat. Dass dieses Land so voller Widersprüche ist, auf der einen Seite eine große Weisheit, von der wir noch weit entfernt sind, und auf der anderen eine grausame politische Haltung, ist schwer zu begreifen, aber nicht weniger wahr. Bis heute werden Menschen weggesperrt, wenn sie versuchen an das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens 1989 zu erinnern. Davon handelt das Buch von Liao Yiwu, das ich für Fixpoetry besprochen habe.

Marguerite Duras

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Wenn es das überhaupt gibt: ein Zentrum der Geschichte, dann ist es das Meer. Das Meer, aus dem wir hervorgegangen sind. Wassergeister. Undinen. Sirenen. Das uns ausgestoßen und an Land gespuckt hat.

Nach dem wir uns beständig (zurück) sehnen: Die Brandung, die Möwen, der Geruch.

Was um ein derartig (leeres) Zentrum herum entsteht, ist ein Fließen der Unmöglichkeiten, und wie sie sich manchmal aufheben für Momente. Begrifflos und leicht wie der Wind. Leicht und gewaltig. Nicht fassbar. Wie sie. Ihre Sprache. Ihr Gesicht. Bevor es zerstört ist. Bevor sie sagen kann: Ich habe ein zerstörtes Gesicht. Und das ist keine Behauptung.

Sondern das Zentrum der Geschichte.

Und die Zerstörung, das ist die Schönheit. Die Einzigartigkeit. Ein grausamer Zug, der die Gegensätze weder auslöscht noch vereinigt, sie vielleicht nicht einmal erträglich macht, ihnen nur die Klarheit, die Aufrichtigkeit einer kompromisslosen Beschreibung entgegensetzt.

Aufrichtigkeit als einziges Zentrum der Geschichte.

Wer könnte aufrichtiger sein als das Meer?

Oder ein zerstörtes Gesicht?

 

 

Schatten

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Schatten - Isla volante

Schatten – Isla volante

Was sie niemals hinnehmen wollte, war die Unfähigkeit des Meeres, Schatten zu spenden.

Licht brechen, Licht schlucken, sich anziehen und abstoßen lassen vom Mond. Aber kein Schatten aus Wasser.

Um Schatten zu spenden, musst du Wurzeln haben, hatte ihre Mutter gesagt. Sie hatte ihre Asche im Meer versenkt. Ihre Worte wurde sie nicht los.

 

„Ohne Autoren kein Verlag.“ SteglitzMind stellt Barbara Miklaw mit dem Mirabilis Verlag vor

muetzenfalterin:

Eine außergewöhnliche Frau mit einem außergewöhnlichen Verlag!

Ursprünglich veröffentlicht auf SteglitzMind:

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass Barbara Miklaw, die den Mirabilis Verlag verantwortet,  heute Rede und Antwort steht.

Seit wann gibt es Ihren Verlag?

Den Mirabilis Verlag gibt es seit 2011, Verlagssitz ist Miltitz bei Meißen. Das erste Buch ist im August 2012 erschienen: „Unsere Sache“, Erzählungen von Rainer Rabowski. Pro Jahr soll es künftig etwa vier bis sechs Bücher geben…

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Tadeusz Dabrowski

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Im anderen Zimmer liegt Vater, liest vor dem Schlafen.

Er hat mir immer gegeben, was ich brauchte.

Ich glaube, ich bin gut zu ihm.

 

Wir liegen in benachbarten Zimmern, Stille, man hört das Wasser

in den Heizkörpern murmeln. Die Zeit vergeht. Was sonst

kann ich tun, ihn endlos umarmen, immer wieder sagen:

 

Ich liebe dich? Ich finde nicht. Also liege ich da und denke

an sein altes Herz und die abnehmende Zahl

der ihm zugedachten Schläge. So viel Liebe, und keine Ahnung

 

wohin damit.

[aus: Die Bäume spielen Wald - Lyrik Kabinett]

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